Keine Zeit – Kunst aus Zürich. Helmhaus Zürich

“Oh dear! Oh dear! I shall be late!” cried Lewis Carroll’s white rabbit, the absolute archetype of both our present moment and an alternate one—wherein he exemplifies a different, fantastical order. Helmhaus’s exhibition, “_Keine Zeit – Kunst aus Zürich” (No Time – Art from Zurich) also moves within such an adventurous dialectic, honoring regional artistic practices, as is traditional in Switzerland.

The results are a breathtakingly beautiful exhibition that includes an installation of cacti by Magda Drozd; powerful towers and arks rendered in watercolors by the eighty-seven-year-old Willi Facen; four fascinating concrete rugs by Noomi Gantert; and the audio installation Poser, 2016, by Susanne Hefti. Also on view are Cécile Huber’s joyful parade of small sculptures; Susanne Keller’s monumental stage set made of cut paper, Musicisti, 2015–2016; Martina Mächler’s audio-installation, 71% (play), 2017; and the precise drawings of Daniel Zimmerman. Meanwhile, Michael Meier and Christoph Franz made concrete blocks using leftovers from Zurich’s Nagelhaus, while Patrizia Vitali’s video performances muse on the passage of time. In the glass vitrines of 7 Stationen (7 Stations), 2017, Klaus Tinkel arranges found materials into absurd landscapes.

Of this creative baker’s dozen, the artist Peter Schweri deserves special mention. The painter, illustrator, photographer, and object artist died in November, 2016, at seventy-seven. On view are early drawings by Schweri, as well as examples of the image-production systems, exemplifying Zurich constructivism, that made it possible for the artist—who had been completely blind since 2002—to work in a controlled, sculptural manner. In his art particularly, the creative potential of the city is revealed to be both clandestine and furious.

Translated from German by Diana Reese.

First published Artforum Online: https://www.artforum.com/picks/section=ch#picks73457


„Oh dear! Oh dear! I shall be late!“ klagt Lewis Carols weißes Kaninchen, ganz Phänotypus unserer Zeit, aber auch dessen Gegenentwurf, wo es einer anderen, phantastischen Ordnung angehört. In dieser abenteuerlichen Dialektik bewegt sich auch die diesjährige Weihnachtsausstellung des Helmhauses, in der, wie in der Schweiz traditionell üblich, das regionale Kunstschaffen gewürdigt wird. Dreizehn Künstlerlinnen und Künstler haben nun in der Erwartung, dass sich das Publikum auf ihre Arbeits- und Aufmerksamkeitsökonomien einlässt, eigensinnig an der Uhr gedreht.

Und das gerät mit Magda Drozds Kakteen-Installation, den gewaltigen aquarellierten Türmen und Archen des 87-Jährigen Willi Facen, den drei faszinierenden konkreten Teppichen Noomi Ganterts und der Audio-Installation „Poser“ (2017) von Susanne Hefti, Cécile Hubers fröhlicher Klein-Skulpturenparade, Susanne Kellers monumentaler Schnittpapier-Bühne „Musicisti“ (2017), Martina Mächlers Audioinstallation „71% (play)“ (2017), dem Betonklotz aus Überresten des Zürcher Nagelhauses von Michael Meier & Christoph Franz, und mit den Video-Performances zum Verrinnen der Zeit von Patrizia Vitali, sowie den Glaskästen „7 Stationen“ (2017), in denen Klaus Tinkel Fundstücke zu absurden Materiallandschaften arrangiert, und schließlich mit den präzisen Zeichnungen Daniel Zimmermanns zu einer atemberaubend schönen Ausstellung.

Einzig der Künstler Peter Schweri ist aus diesem kreativen Duzend herauszuheben. Der Maler, Zeichner, Fotograf und Objektkünstler verstarb im November 2016 siebenundsiebzigjährig. Im Helmhaus sind nun frühe Zeichnungen und Beispiele von konstruktiven Bildsystemen zu sehen. Sie ermöglichten dem seit 2002 völlig Erblindeten ein kontrolliertes bildnerisches Arbeiten. So zeigt sich das kreative Potential der Stadt klandestin und furios zugleich.

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Über maxglauner

Lecturer, Autor & Cultural Journalist Zürich | Berlin
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